Wieso tragen?

 

Ein kleines Kind nah am Körper zu tragen, ist bei vielen Völkern normal. Im Regenwald wäre ein Kinderwagen auch kontraproduktiv. Eine Tragehilfe ist aus vielen Gründen die bessere Wahl. Babys haben nach der Geburt einen Rundrücken, flache Hüftpfannenwinkel und stark abgespreizte Beinchen. Die Anatomie eines Babys legt es nahe, es lieber zu tragen als flach hinzulegen. Die Natur passt den Babykörper an bestimmte Gegebenheiten an. Später verändert sie sich automatisch.

 

Der Mensch ist am Anfang ein „Tragling“

Bernhard Hassenstein prägte diesen wunderbar deskriptiven Begriff 1970. Der Verhaltensbiologe stellte fest, dass Babys oft mit angezogenen Beinen und ausgestreckten Armen anzutreffen sind. Dies ist die Haltung, die sie im Tragetuch einnehmen. Unsere Vorfahren mussten ohne Kinderwagen auskommen und Nahrung sammeln gehen. Säuglinge trug man auf der Hüfte oder dem Rücken. Anscheinend hat die Evolution es bis jetzt nicht geschafft, die Existenz eines Kinderwagens in ihr Lernprogramm einzubauen. Der Säugling ist immer noch ein „Tragling“, obwohl seine Mutter keine starke Körperbehaarung mehr hat, an der das Kleinkind sich festklammern könnte. Der kindliche Greifreflex wurde von der Evolution bereits reduziert. Die gespreizte Beinhaltung blieb. Der Körperbau eines Säuglings ist bis heute an ein Getragenwerden angepasst. Nimmt man den Säugling hoch, nimmt er automatisch die richtige Haltung ein. Legt man es ab, schreit das Kind. Abgelegt zu werden, bedeutete früher Gefahr. Unsere biologische Programmierung schreitet wesentlich langsamer voran als die erzieherische. Der Kinderwagen ist erst seit 150 Jahren – einer vergleichsweise kurzen Zeit in der Evolutionsgeschichte – existent. Bis zu seiner Erfindung wurden Säuglinge getragen.

 

Tragetücher – eine sinnvolle Erfindung

In vielen Völkern trägt man sein Baby für Kurzstrecken auf der Hüfte. Sobald man lange Strecken zurücklegen muss oder etwas zu transportieren hat, nutzt man eine Tragehilfe. So sitzt das Baby körpernah, während seine Mutter beide Hände frei hat. Das Kind kann wahlweise am Bauch, auf der Hüfte oder am Rücken der Mutter getragen werden. Tragehilfen entlasten Beckenboden, Arme und Schultern. Wer sein Kind mit sich trägt,

  • schenkt dem Säugling ein intensives Gefühl der Geborgenheit
  • stärkt das Urvertrauen zwischen Mutter und Kind
  • beteiligt den Säugling an seinem Tun
  • beeinflusst die motorische Entwicklung des Kindes
  • sorgt für ein zufriedenes Kind

Kurzum: es ist himmlisch, getragen zu werden. Abgelegt zu werden, empfindet das Kind instinktiv als Gefahrensituation.

 

Die Neugier siegt immer

Kinder sind neugierig. Sie wollen nicht nur einen Wolkenausschnitt sehen. Sie möchten erforschen, was da summt. Ängste vor Unbekanntem haben Säuglinge nicht. Die einzige Angst, die die Evolution in Neugeborenen hinterlassen hat, ist das Verlassenwerden. Die Nähe der Mutter, die ihr Kind trägt, umgeht diese evolutionäre Gefahrenmeldung. Das Kind lernt die Welt kennen, indem es sicher am Körper eines Elternteils sitzt. Das kleine Gehirn speichert mehr Eindrücke und lernt schneller. Die Evolution hat festgelegt, wann welche Lernschritte am einfachsten zu tätigen sind. Später im Leben fallen sie deutlich schwerer. Wenn Säuglinge häufig getragen werden, weitet sich ihr Horizont. Die Mutter fühlt sich trotzdem frei, Dinge zu tun, die auf dem Plan stehen. Ohne das Kind zu tragen, müsste sie mit manchen Verrichtungen warten, bis es schläft. Außerdem spürt eine tragende Mutter, ob die Windel voll ist. Der Säugling muss nicht schreien, um darauf aufmerksam zu machen.

 

Es ist himmlisch, getragen zu werden

Körperliche Nähe ist für Säuglinge vor allem in den ersten drei Lebensmonaten wichtig. Wenn ein Elternteil das Kind trägt, hat es niemals ein Gefühl der Verlorenheit. Drei-Monats-Koliken stellen möglicherweise kein Verdauungsproblem dar, sondern erweisen sich als kindlicher Ausdruck von Verlassenheit. Wenn man Neugeborene häufig trägt, vermittelt man ihnen Sicherheit. Die gewählte Tragehilfe sollte auf die Anatomie des neuen Erdenbürgers ausgerichtet sein und die Mutter entlasten. Bei www.himmlischgetragen.de finden Sie eine überzeugende Auswahl an Tragehilfen, die der kindlichen Anatomie gerecht werden. Das Baby soll in der Tragehilfe nicht aufrecht sitzen. Die kleinen Beine dürfen nicht nach unten zeigen, sondern sollen seitlich liegen. Die Tragehilfe dient der Stützung und Gewichtsverteilung. Die Tragehilfe wird so fest gebunden, dass sie weder zu lose sitzt noch irgendwo drückt. Tragetücher ermöglichen Positionsveränderungen. Der Säugling kann in verschiedenen Positionen getragen werden, ohne dass er körperliche Nähe entbehren muss.

 

Tragehilfen sind alternativlos für das Baby

Tragetücher sind auch in unseren Breiten eine Erfolgsgeschichte. Tradierte Dinge sind nicht immer schlecht, moderne Erfindungen nicht immer besser. Sie verstellen oft den Blick auf elementare Bedürfnisse der Säuglinge. Der Kinderwagen dient in erster Linie der Mutter. Er beraubt das Kleinkind um wichtige Erlebnisse. Tragehilfen erlauben dem Baby, seine körperlichen Entwicklung unter idealen Bedingungen abzuwarten. Sie entlasten den kleinen, unreifen Körper. Die richtige Tragehilfe

  • umschließt und stützt den kindlichen Rücken
  • stützt den Kopf des Kindes
  • unterstützt die Anhock-Spreizhaltung der Beine
  • erlaubt beim schlafenden Kind einen gerundeten Rücken
  • erlaubt beim wachen Kind einen gestreckten Rücken
  • verhindert ein Zusammensacken des Babys
  • und unterbindet auch ein seitliches Wegkippen.